Ab in den Süden!

Here we go again!

Wie bereit letztes Jahr, ging es auch diesen Sommer wieder auf große Reise. Insgesamt drei Wochen waren wir unterwegs, eine ganze Woche davon haben wir "auf Tour" in den verschiedensten Verkehrsmitteln verbracht. Denn ob ihr's glaubt oder nicht: Zu unserem Feriendomizil an der Costa Brava fährt die ganze Großfamilie (inkl. Großeltern) jedes Jahr zusammen mit dem Auto ... mit Übernachtungsstopps natürlich.

Tag 1: Berlin - Bad Soden

Um 06:30 in der Früh aufstehen, Gassirunde erledigen, Koffer in's Auto und ab zum Berliner Hauptbahnhof. Zum ersten Zwischenziel, Bad Soden am Taunus, ging es nämlich mit dem ICE. Vor Apples erster Zugfahrt klopfte mir ganz schön das Herz. Zugfahrten gehören ja sowieso nicht zu meinem Spezialgebiet: Ganz allein mit riesigem Überseekoffer (von meinem Kleiderschrank kann ich mich nur sehr schwer trennen ;)), Hundetrolley, Rucksack und Apple fühlte ich mich also ein wenig verloren. Zum Glück hatte ich mich schon lange im Voraus informiert und besonders von Frau Muxfeldt ganz viele tolle Tipps bekommen, wie man sich am Besten vorbereitet und mit Hund in der Bahn verhält. Der extra für die Bahnfahrt angeschaffte Hundetrolley kam allerdings gar nicht erst zum Einsatz. Apple verhielt sich auf ihrer Decke unter dem Sitz so unauffällig, dass kein Schaffner oder Passagier sie überhaupt bemerkte. Als ich einmal während der Fahrt aufstand, um zur Toilette zu gehen, staunte mein Sitznachbar nicht schlecht, als da plötzlich ein Hundekopf unter dem Sitz auftauchte.

Zur Absicherung war ich jedoch sehr erleichtert die vorgeschriebene Reisetasche für Kleinhunde dabei zu haben.

5 Stunden später war die Fahrt dann auch schon vorbei. Das Aussteigen gestaltete sich jedoch als bedeutend schwieriger als das Einsteigen: Ich musste gefühlte 100 Menschen auf den Hund neben mir hinweisen und mir zusätzlich mit all meinem Gepäck einen Weg durch die Menschenmassen bahnen. Klar also, dass wir, kaum angekommen, direkt in's Bett fielen...

Tag 2: Bad Soden - Bourgogne, Frankreich

Natürlich wurde uns nach dem anstrengenden gestrigen Tag keine Pause gegönnt. Stattdessen ging es direkt morgens mit dem Auto weiter in Richtung Frankreich. Mit an Bord: Meine Cousine (die Person, an die sich Apple auf dem Foto so gemütlich kuschelt), meine Tante und ich. Für heute war ein Pensum von ca. 6 Stunden Fahrzeit bis zu unserem ersten Übernachtungsstopp in der Bourgogne angesetzt.  

Für Apple als "alten Hasen" in Sachen Langstreckenfahrten und ebenso geübten "Langstreckenschläfer" überhaupt kein Problem ;)!

Im Hotel angekommen, gingen Apple und ich direkt auf Entdeckungstour: Hier, mitten im Nirgendwo, reihte sich Weinberg an Weinberg. Sanfte Hügelketten, blauer Himmel und ein fantastischer Weitblick bestimmten das Bild. Ein Ort, wie man ihn sich in seinen Träumen ausmalt...

Wer findet den Hund?
Wer findet den Hund?

Tag 3: Bourgogne - Provence

Unser letzter Zwischenstopp, das "Chateaux d'Arpaillargues", lag ganz im Süden Frankreichs - in der Provence. 

Erst bei diesem Stopp wird uns Jahr für Jahr wieder klar, wie weit im Süden wir hier tatsächlich schon sind: Die Mentalität der Menschen sowie die Vegetation sind vollkommen anders als in Deutschland, der Baustil ist wesentlich heller und offener, einfach südlicher, und hier auf dem Land hält sich fast jedes Haus einen Hofhund. So auch unser Hotel.

Mindestens 3, eher 4 Hunde liefen hier den ganzen Tag über frei auf dem Gelände herum, erbettelten sich Frühstücksbrötchen von den Hotelgästen, bandelten mit den Hunden der Gäste an und entspannten sich auf dem schattigen Hotelparkplatz. 

Natürlich hatte ich leichte Bedenken was Parasiten und Südkrankheiten angeht, aber wirklich fernhalten konnte man die halbwilden Hunde auch nicht. So fanden wir uns schnell mit deren ständiger Präsenz ab und beteiligten uns (wie die anderen Gäste auch) am Frühstücksbrötchen verfüttern ;).

Einer der Hotelhunde
Einer der Hotelhunde

Die morgendliche Gassirunde vor der Abfahrt nach Spanien gestaltete sich hier allerdings nicht ganz so entspannt wie in der Bourgogne. Die Runde durch das Dorf entpuppte sich als wahrer Spießrutenlauf: In ausnahmslos jedem Garten kam ein knurrender, bellender Hund an das Tor zur Straße gerannt, sobald sie Apples und meine Schritte auf dem Gehweg hörten. 

Mehrmals habe ich mich so heftig erschrocken, dass ich mitsamt Apple einen Satz zur Seite machte. 


Tag 4-17: Costa Brava, Spanien

Endlich angekommen!

Obwohl wir eine tolle Anfahrt hatten und wunderschöne Orte und Landschaften sehen durften, waren alle sehr erleichtert, als wir am Abend des 4. Tages endlich das Ziel unserer Reise erreichten. 

Entspannen am Pool...
Entspannen am Pool...

Während der zweibeinige Teil der Reisegesellschaft auspackte, erste Arbeiten im Haus erledigte und zum Supermarkt aufbrach, patrouillierten die beiden Hunde erst einmal ihr Revier. Bedeutet: Der gesamte Garten wurde abgelaufen und (zur Freude meiner Großeltern *hust*) neue Markierungen gesetzt. Nachdem das gründlichst erledigt war, konnten Apple&Lola ihren Urlaub nun endlich so genießen, wie sich das für einen anständigen Hund gehört - dösend im Schatten vor dem Haus, hin und wieder einen Passanten verbellend...


Lola in ihrem Element
Lola in ihrem Element

Selbstverständlich aber wurde nicht die gesamten zwei Wochen hindurch gefaulenzt. Einige größere Ausflüge in die Umgebung standen auch auf dem Programm. Besonders erwähnenswert (und besonders sehenswert für all die, die Urlaub in der Nähe von Barcelona machen) war unser Ausflug in das Felsendorf "Rupit"

Wer Apples Blog aufmerksam liest, weiß, dass Kinder und Kleinkinder bei uns zum Alltag gehören. Wir leben in einem "offenen Haus" - die Freunde meiner Geschwister und Nachbarskinder laufen aus und ein, wie es ihnen gefällt. Bei uns ist eigentlich immer irgendetwas los :). Auch unsere Großfamilienurlaube in Spanien&München laufen oft etwas chaotisch ab. Was für ein Glück also, dass Apple (ganz kromiuntypisch) eine wahnsinnig hohe Reizschwelle hat und eigentlich für jeden Unfug zu haben ist. So sieht es aus, wenn sie mit meinem Cousin "Kitzeln" spielt...


Und da es noch sooo viele Bilder gibt, die ich euch gerne zeigen würde, hier ein paar Impressionen querbeet....

Die Finca...
Die Finca...
Auf geht's zum Gassi!
Auf geht's zum Gassi!

Ich beende diesen Eintrag mit der Erinnerung an einen traumhaften Sommer und leichter Wehmut. 

Mit Wehmut, weil dieser Urlaub neben einem schönen Familienzusammentreffen auch die letzte Begegnung mit Lola bedeutete. Keine 2 Monate später, im September diesen Jahres, erlag sie dem Krebs. Obwohl Lola mit ihren 12 Jahren schon zum älteren Semester gehörte, ahnte damals niemand von uns, dass es so bald schon soweit sein würde. Wir vermissen sie sehr...